Suche
  • Redaktion

Was macht mich als Arbeitgeber*in attraktiv?

Bedeutung der Arbeitgeberattraktivität und ihre Erfolgsfaktoren


Die Mitarbeiter*innen wissen, dass sie wichtig sind und geschätzt werden. Das Unternehmen ist allerdings zu klein, um potenzielle Bewerber*innen aufmerksam zu machen. Was kann also zusätzlich für die Arbeitgeberattraktivität getan werden? - von Thomas Neumann, Berater



Foto: Brooke Cagle, unsplash.com

Was macht eigentlich attraktive Arbeitgeber*innen aus?

Eine Frage, mit deren Beantwortung sich ganz offensichtlich viele Betriebe schwertun. Es könnte alles so einfach sein: Arbeitgeber*innen müssten nur mit ihren Mitarbeiter*innen und Kandidat*innen reden und sie nach ihren Bedürfnissen fragen. Voraussetzung ist also eine Unternehmenskultur, die die bestehende Belegschaft an das Unternehmen bindet und neue Talente anlockt. Dabei müssen die Bedingungen im Unternehmen natürlich zu den Bedürfnissen der aktuellen und zukünftigen Mitarbeiter*innen passen. Geschieht dies nicht, ist Frust vorprogrammiert.


Bedeutung der Arbeitgeberattraktivität

Die Arbeitgeberattraktivität ist entscheidend für die Wahrnehmung Ihres Unternehmens nach innen und nach außen. Attraktive Arbeitgeber*innen wirken anziehend auf Bewerber*innen und können die Mitarbeiter*innen an das Unternehmen binden. Zu erwartende Effekte können sein:

  • bessere Arbeitsergebnisse,

  • motivierte Mitarbeiter*innen,

  • geringere Fluktuation und Krankenstände,

  • schnellere und innovativere Prozesse.

Im Wettbewerb um neue Mitarbeiter*innen hat die Unternehmensattraktivität stark an Bedeutung gewonnen. Wichtige Aspekte sind u. a. Work-Life-Balance, Arbeitsflexibilität, persönliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Arbeitsklima.


Erfolgsfaktoren attraktiver Arbeitgeber*innen Die Attraktivität als Arbeitgeber*in wird z. B. über Online-Medien (Kununu, oder weitere Plattformen wie Xing, LinkedIn, Google My Business) und zufriedene Kund*innen in die Öffentlichkeit gebracht.


Mitarbeiter*innen und Führungskräfte tragen zur Arbeitgeberattraktivität bei, wenn sie sich mit ihren Bedürfnissen im Unternehmen, in der Kommunikation, in Werten und persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten wiederfinden und dieses nach innen und außen tragen.


Erfolgsfaktoren attraktiver Arbeitgeber*innen können sein:

  • Familienfreundliche Arbeitsgestaltung, betriebliche Gesundheitsförderung, Gestaltungsspielräume bei der Arbeit, flexible Arbeitszeiten und -orte, regelmäßige Fort- und Weiterbildungen, Supervisionen und Coachings, etc.

  • Engagiertes Top-Management: Top-Management und Führungskräfte haben erkannt, dass die Mitarbeiter*innen ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg sind. Sie sind für ihre Mitarbeiter*innen besser sichtbar und ansprechbar, die Vertrauensbasis zwischen Management und Mitarbeiter*innen stimmt. Führungskräfte sprechen regelmäßig über Strategien, Visionen und Zielsetzungen des Unternehmens und welche Rolle die einzelnen Mitarbeiter*innen dabei spielen sollen.

  • Unverwechselbare Unternehmenskultur: Arbeitgeber*innen bieten ihren Mitarbeiter*innen eine unverwechselbare Unternehmenskultur. Sie schaffen ein Arbeitsumfeld, in dem häufig kommuniziert und Erfolge anerkannt und gefeiert werden. Feedback und Vorschläge von Mitarbeiter*innen sind erwünscht. Es gibt eine gelebte Vertrauenskultur und der Führungsstil kann bedarfsgerecht angepasst werden.

  • Abgestimmte Personalplanung: Attraktive Arbeitgeber*innen unterstützen mit ihrer Personalplanung genau das, was für das Unternehmen strategisch wichtig ist. Die Planungsschritte sind sowohl aufeinander abgestimmt als auch an der Unternehmensstrategie und -vision ausgerichtet. Mitarbeiter*innen verstehen die Ziele des Unternehmens und können diese formulieren.

  • Talentförderung: Die berufliche und persönliche Weiterentwicklung ist jederzeit möglich. Talente werden intern weiterentwickelt, anstatt sie extern zu rekrutieren. Prozesse zur Identifikation, Entwicklung und Bindung der Spitzenkräfte sind implementiert. Die individuelle Entwicklung einzelner Mitarbeiter*innen wird gefördert.

  • Übertragung von Verantwortung: Mitarbeiter*innen wird eigenverantwortliches Handeln ermöglicht und herausragende Leistungen werden entsprechend anerkannt. Unternehmensziele und individuelle Ziele werden klar kommuniziert, d. h., die Mitarbeiter*innen wissen, was von ihnen erwartet wird.

  • Vorteile der Digitalisierung nutzen: die verfügbaren Technologien werden eingesetzt, um Prozesse zu verbessern und Innovationen voranzutreiben. Denn kaum etwas verursacht so viel Frust und kostet so viel Produktivität wie eine schlecht funktionierende IT-Infrastruktur.

  • Arbeitsbedingungen und -klima: Attraktive Arbeitgeber*innen bieten Aufstiegschancen und gute Verdienstmöglichkeiten. Gesundheitsfördernde Aktivitäten im Unternehmen und das Angebot an Extras (z. B. Kaffee, Wasser, Obst, Massage) sind dabei genau so wichtig wie das Vorhalten einer Lernkultur und das Arbeiten in überschaubaren, kooperativen Teams.

Tipps für die Bildung einer Arbeitgebermarke

  • Arbeiten Sie für Ihr Unternehmen heraus, was Sie besonders macht (z. B. flache Hierarchien, Marktführerschaft, familienfreundliche Angebote). Hierfür können Ihnen Mitarbeiterbefragungen bzw. Workshops mit den Kolleg*innen hilfreiche Aussagen liefern. Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter*innen immer in den Entwicklungsprozess ein.

  • Fassen Sie zusammen, was ihr Unternehmen und die Menschen, die bei Ihnen arbeiten, besonders macht, was sie von Mitbewerber*innen positiv unterscheidet und abgrenzt und welche Aspekte sie nach innen und außen transportieren möchten.

  • Kommunizieren Sie Ihre Einzigartigkeit nach innen und außen, damit Sie als Arbeitgeber*in wahrgenommen werden. Dazu können gehören: Mitarbeiterversammlungen, interne Mailings, Rundschreiben, Präsenz auf (lokalen) Straßenfesten. Überprüfen Sie, welche Möglichkeiten bzw. Kanäle Sie bereits nutzen, um Ihre Vorteile als Arbeitgeber*in zu präsentieren.

  • Präsentieren Sie Ihr Unternehmen im Internet so, dass Sie Ihre Zielgruppen erreichen. Das kann auf vielfältige Weise erfolgen, z. B. Homepage, Social Media, YouTube-Videos. Ganz wichtig: Ihre Informationen sollten immer aktuell sein und zum individuellen Dialog einladen!

  • Achten Sie in Stellenbeschreibungen immer darauf, dass neben den gängigen Inhalten auch die besonderen Leistungen ihres Unternehmens aufgeführt werden.

#4.0 – Blended Working:
Digitalkompetenz und Work-Life-Balance für Berliner KMU

Das Projekt "#4.0 – Blended Working, Digitalisierungskompetenz und Work-Life-Balance für Berliner KMU" wird im Rahmen der Initiative „Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

BMAS_Logo.png
ESF_BUND.png
EU_Logo.png
Zusammen Zukunft Gestalten_untereinander