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Digitalisierung und Auswirkungen auf die Arbeitsmarkt- und Karrierechancen von Frauen

Aus der "His Story" eine "Her Story" machen


Hat die Digitalisierung Auswirkungen auf die Präsenz von Frauen auf dem Arbeitsmarkt? Bietet sie Frauen neue und andere Karrierechancen? Und wenn ja: Welche? Welche Kompetenzen braucht es, um ein einer digitalen Arbeitsumgebung erfolgreich zu sein? Und wie ist der Stand eigentlich in kleinen und mittelständischen Unternehmen? Diese und andere Fragen diskutierten Vertreter*innen der am Projekt „#4.0 – Blended Working, Digitalisierungskompetenz und Work-Life-Balance für Berliner KMU“ teilnehmenden Unternehmen in unserem Online-Workshop.


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Eingeleitet wurde die Diskussion durch einen sehr interessanten Vortrag von unserer Referentin Dr. Karin Reichel, Geschäftsführerin des Frauen Computer Zentrum Berlin (FCZB). In ihrem Vortrag ging Frau Dr. Reichel u.a. auf die Frage ein, welche Auswirkungen die Digitalisierung insbesondere auf den Dienstleistungsbereich hat, in welchem viele Frauen arbeiten. Sie hob die Chancen hervor, welche neue Geschäftsmodelle und die aus der Digitalisierung resultierende Möglichkeit mobil zu arbeiten insbesondere für Frauen bietet, die statistisch gesehen immer noch das Gros der Care-Arbeit übernehmen. Sie stellte zur Diskussion, ob im Resultat die Arbeit von Frauen insgesamt aufgewertet wird und daher von einer Feminisierung der Arbeitswelt gesprochen werden kann. Diese und andere Fragestellungen wurden im Anschluss an den Vortrag von Frau Dr. Reichel von unseren Projektteilnehmer*innen, die aus unterschiedlichen Branchen und Betrieben verschiedener Größe kommen, intensiv diskutiert. Die Präsentation zum Vortrag finden Sie am Ende des Artikels.


Es wurde diskutiert, inwieweit der Lockdown den Prozess der Digitalisierung in den unterschiedlichen Unternehmen vorangebracht hat. Wie Frau Dr. Reichel ausführte, bietet das mobile Arbeiten vor allem für Frauen nicht nur Vorteile: Wie erste Studien zur Arbeitsverteilung im Lockdown gezeigt haben, ist gerade die Mehrfachbelastung von Frauen durch die verordnete Heimarbeit gestiegen. Homeoffice und Homeschooling, Kinderbetreuung und -belustigung, Haushalt und Einkauf wurden in den meisten Haushalten vor allem von Frauen übernommen. Einigkeit stellte sich in der Diskussion auch schnell darüber her, dass Empowerment nur durch Qualifizierung erreicht werden kann. Die Fähigkeit zu Lernen muss entwickelt werden, damit aus der „His-Story“ eine „Her-Story“ wird.


Im Rahmen des Erfahrungsaustausches wurde klar, dass in vielen Unternehmen Männer und Frauen unterschiedlich an die (technischen) Herausforderungen herangehen: Während männliche Beschäftige sich zutrauen, unabhängig von ihrem Vorwissen, schnell neue Techniken zu erlernen, beobachteten viele, dass die weiblichen Beschäftigten sich in großer Zahl eher zurückhaltend gegenüber technischen Neuerungen zeigen. Wichtig, da waren sich alle Diskutanten einig, ist im Prozess der Digitalisierung und der Gestaltung neuer Chancen für Frauen immer das Thema Führung. Die digitalen Kompetenzen aller Mitarbeiter*innen müssen erkannt und ausgebaut werden. Und vor allem: andere Arbeitsformen erfordern andere Prozesse und eine andere Art der Vernetzung. Viele haben von den Konzepten rund um New Work zwar gehört, Unternehmens- und Kommunikationsprozesse sowie ein neues Führungsleitbild sind aber in vielen Unternehmen bis dato nicht etabliert.


Digitalisierung und Empowerment von Frauen, darüber stellte sich in der Diskussion Einigkeit her, hängt besonders von der konkreten Gestaltung im Unternehmen, von der politischen Regulierung und von der Kooperation mit den Beschäftigen und ihren Vertreter*innen ab.


Im Jahr 2020 finden zwei weitere unternehmensübergreifende Workshops statt. Im ersten wird es um resilienzfördernde Führung gehen, im zweiten wird die Bedeutung von Wissensmanagementsystemen für Unternehmen im Mittelpunkt stehen. Wir freuen uns auf weitere spannende Impulse und anregende Diskussionen.


Bei Rückfragen zu den Workshops wenden Sie sich gerne an das Projektteam.


WS_Empowerment_Frauen_Digitalisierung_12
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Download • 3.13MB

Präsentation von Frau Dr. Karin Reichel, Geschäftsführerin des Frauen Computer Zentrum Berlin (FCZB) (PDF, Download)




#4.0 – Blended Working:
Digitalkompetenz und Work-Life-Balance für Berliner KMU

Das Projekt "#4.0 – Blended Working, Digitalisierungskompetenz und Work-Life-Balance für Berliner KMU" wird im Rahmen der Initiative „Fachkräfte sichern: weiter bilden und Gleichstellung fördern“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.

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